Dresden drinnen und draußen entdecken

Zu Gast bei August und Erich

Auf einer Klassenfahrt nach Dresden kann man auf eines getrost pfeifen: das Wetter. Die sächsische Metropole bietet für Schüler ein üppiges Angebot bei Sonnenschein und Regen. Interaktive Ausstellungen ent- stauben den Museumsbesuch, altersgerechte Aufführungen wecken das Interesse an Musik und Theater. Und die Sächsische Schweiz ist nur ein Steinwurf entfernt.

Der Goldene Reiter – eines der Wahrzeichen Dresdens. Im Hintergrund die Kuppel der Frauenkirche. © Frank Exß

Einen ersten Überblick verschaffen sich Lehrer und Schüler mit einer Rundfahrt in einem der roten Doppeldeckerbusse. Mit einem speziell für Kinder konzeptionierten Stadtführer-Audio-Guide wird diese zum Erlebnis. Besonders beliebt sind auch die Führungen durch die Altstadt. Mit Guckröhrchen und Namensschildern ausgestattet, geht es auf Geschichtsforschung. Die Schüler bekommen dabei die Gelegenheit, ihr Wissen zu präsentieren und Fragen zu stellen, um Gebäude und historische Persönlichkeiten der Stadt näher kennenzulernen. Zusätzlich gibt es ein der Altersstufe angepasstes Begleitheft, in das die Schüler malen und schreiben können. Lehrer erhalten von einer erfahrenen Diplom-Pädagogin Unterstützung, die beim Eintragen der absolvierten Stationen hilft, Fragen beantwortet und die Schüler das Tempo bestimmen lässt.

Eine ganz besondere Art der Schnitzeljagd verspricht das „Stadtspiel Dresden“. Dabei lösen die Schüler gemeinsam Rätsel, lernen so die bekanntesten Sehenswürdigkeiten kennen und erfahren nebenbei viel Wissenswertes über Dresden. Für Grundschulklassen empfiehlt sich die Tour „Altstadt für Kids“ mit altersgerechten Wegbeschreibungen und Rätseln. Sie führt vorbei am Goldenen Reiter, der Königstraße, der Kunsthofpassage, dem Jüdischen Friedhof und der Pfunds Molkerei. Die gesamte Tour dauert drei bis vier Stunden, kann aber durch eine eingebaute Abkürzung verkürzt werden. Den Start wählt man individuell aus. Ältere Schüler können auch auf eigene Faust auf Schnitzeljagd gehen.

Im Verkehrsmuseum gibt es viel zu sehen und zu bestaunen. © Frank Exß, Verkehrsmuseum Dresden / Daniela Döhnert, TU Dresden / J. Hahn, Dietmar Berthold

Entdecken, Anfassen, Experimentieren

Sollte das Wetter der Schnitzeljagd einen Strich durch die Rechnung machen, bietet Dresden eine große Auswahl an Museen und Ausstellungen. So halten etwa die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) Audio-Guides für 14 Museen parat. Via iPod führt zum Beispiel August der Starke „persönlich“ durch das Historische Grüne Gewölbe. KUNST4KIDS, der Audio-Guide des Albertinums, wurde sogar von Dresdner Schülern entwickelt. Sie stellen ihre Lieblingswerke aus dem Albertinum vor und führen anhand von 33 Exponaten durch die Skulpturensammlung und die Galerie Neue Meister. Eine Activity-Funktion regt zum eigenständigen Erforschen und Hinterfragen der Kunstwerke an. Der Audio-Guide ist kostenlos im Albertinum erhältlich und eignet sich für Schüler von neun bis fünfzehn Jahren.

Dass Wissensvermittlung nicht langweilig sein muss, demonstriert auch das Deutsche Hygiene Museum Dresden (DHMD). Hier können die Schüler in verschiedenen Ausstellungen experimentieren. Speziell das Kindermuseum mit einer interaktiven Ausstellung zu den fünf Sinnen macht den Regen schnell vergessen. Beeindruckendes Exponat ist eine Bodenklaviatur, auf der man herumlaufen und so Musik machen kann.

Im „DLR School Lab“ der Technischen Sammlungen Dresden geht es richtig wissenschaftlich zu. © Frank Exß, Verkehrsmuseum Dresden / Daniela Döhnert, TU Dresden / J. Hahn, Dietmar Berthold

Wer sich für Technik und Verkehrsmittel aller Art interessiert, ist im Dresdner Verkehrsmuseum an der richtigen Adresse. Programme für spezielle Altersklassen befassen sich mit dem spielenden Begreifen von Technologie. In der Luftfahrt-Ausstellung im Verkehrsmuseum können die Schüler das Phänomen Luft ganz individuell erkunden. Im Erlebnisland Mathematik in den Technischen Sammlungen Dresden (TSD) erleben Schulklassen aller Altersstufen auf mehr als 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche die spielerische Seite der oft so trockenen Mathematik. Und im „Experimentierfeld“ warten erstaunliche Phänomene aus Mechanik, Optik, Akustik, Wärme und Elektrizität darauf, entdeckt zu werden. Außerdem beherbergt die TSD das „School Lab“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).