Das Klimahaus Bremerhaven als außerschulischer Lernort

Mit dem Klassenzimmer auf Weltreise

Wie beeinflussen sich Mensch und Umwelt? Was hat unser Essverhalten mit dem Klima zu tun? Woraus besteht eine Offshore-Windkraftanlage? Im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost können sich Schüler auf anschauliche Weise mit den Aspekten der Themen Klima und Nachhaltigkeit auseinandersetzen

Ein Raum als Spiel: Das World Future Lab veranschaulicht die klimatischen Konsequenzen unseres Verhaltens. © Klimahaus Bremerhaven

Als außerschulischer Lernort stellt die Wissens- und Erlebniswelt eine Ergänzung zur Schule dar und macht Unterrichtsthemen interaktiv und mit allen Sinnen erfahrbar. Ziel der Bildungsarbeit im Klimahaus ist es, nachhaltiges Denken und Handeln zu fördern. Gerade junge Menschen sollen für das Thema Klima sensibilisiert und sich bewusst werden, welche Auswirkungen das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen hat.

Das Klimahaus wurde im Jahr 2012 als Maßnahme in der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ anerkannt und erhielt im Jahr 2016 sowie erst gegen Ende des Jahres 2018 erneut die Auszeichnung als Lernort der höchsten Kategorie des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Reisen bildet

Die Ausstellungsbereiche Im Klimahaus Bremerhaven erkunden die Schülerinnen und Schüler im Ausstellungsbereich „Reise“ die Welt. Anstatt schnöder Theorie erleben sie hier die Klimazonen der Erde hautnah. Sie spüren die trockene Hitze in der Wüste, erleben das Packeis in der Antarktis und fühlen das tropische Klima am Sandstrand von Samoa. Auf ihrer Reise entlang des 8. Längengrades erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblick in den Alltag der Menschen vor Ort und erfahren, welchen Einfluss das Klima auf deren Lebensweise hat.

Spielerisch forschen

In den „Perspektiven“ geht es um die Geschichte des Erdklimas und die Rolle des Menschen im Klimageschehen. In verschiedenen Zukunftsszenarien für das Jahr 2050 werden die Auswirkungen des Klimawandels greifbar. Lernende und Lehrende können hier die Rolle der Klimaforscher schlüpfen und erfahren, wie sich das Klima über Millionen von Jahren verändert hat und welchen Einfluss der Mensch hat.
Im „World Future Lab“ können die Schülerinnen und Schüler das Schicksal der Erde sogar selbst in die Hand nehmen. Der gesamte Bereich ist als Spiel konzipiert, das in der Gruppe oder als Einzelperson gespielt werden kann. Jede Spielentscheidung nimmt dabei Einfluss auf das weltweite Klima. Zum Beispiel, ob die Südseeinsel Tokelau in den Fluten versinkt oder ob der Regenwald gerettet wird. Durch den spielerischen Charakter ergänzt das „World Future Lab“ das Konzept des Klimahauses als außerschulischer Lernort. Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“, gegründet von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft, wählte das World Future Lab 2018 unter knapp 1.500 eingereichten Bewerbungen als Preisträger aus.
In der „FRoSTA-Kochschule im Klimahaus“ dreht sich alles um gesunde und nachhaltige Küche. Hier lernen Schulklassen, wie aus frischen, überwiegend regionalen Zutaten einfach und kostengünstig ebenso leckere wie gesunde Gerichte entstehen. Sie beschäftigen sich mit der Herkunft und dem Anbau von Lebensmitteln und dürfen selbst aktiv werden: schnippeln, brutzeln, den Kochlöffel schwingen. Zudem vermitteln die Kurse den Zusammenhang zwischen gutem Essen, Nachhaltigkeit und Klimaschutz.