Freizeitparks – pädagogisch wertvoll?

Ein bisschen Spaß muss sein

Wenn man genau hinschaut, findet man in Deutschland viele Freizeitparks, die neben dem Entertainment-Angebot durchaus einen Bildungsanspruch haben. Viele Parks kooperieren sogar mit lokalen Umwelt- oder Naturpark-Verbänden. Nicht alle Schulen haben Scheu mit ihren Schülern einmal einen Freizeitpark zu besuchen, um dort auf Wissens-Schnitzeljagd zu gehen.

In der Tat ist es überzogen, Freizeitparks mit anerkannten außerschulischen Lernorten gleichzustellen. Die meisten Parkbetreiber versuchen das auch erst gar nicht. Allerdings ist Besuch von Museen und Gedenkstätten in den Augen der meisten Schüler etwas reizarm. Besonders im Rahmen von mehrtägigen Klassenfahrten sollte ein bisschen Spaßhaben schon erlaubt sein, sofern es das Budget hergibt.

Neben den obligatorischen Fahrten mit den Fahrgeschäften und dem Zwischenstop an der Pommesbude, lernen Schüler bei einem Rundgang durch den Freizeitpark viel über die lokalen Gegebenheiten. Bewegungsfördernde Kletter- und Geschicklichkeitsstationen bieten eine sportliche Abwechslung und mit ihrer Integration in die Umgebung auch eine gewisse Nähe zur Natur. Für Unterhaltung sorgen Themenshows und Tierfütterungen.

Solche und solche Freizeitparks

Freizeitparks mit einem Bildungsanspruch finden sich überall Deutschland. Darum wäre es schade, wenn Pädagogen sich kategorisch allem verschließen, was den Begriff „Freizeitpark“ im Namen führt. Gerne lassen sie sich dabei von einem Klischee leiten: dem eines quietschbunt verkitschten, bildungsfernen Disneylands für reizüberflutete Stubenhocker . Doch nicht alle Freizeitparks sind so. Warum also nicht mal über den eigenen Schatten springen?

Im Freizeitpark in Tripsdrill, in der Nähe von Stuttgart, tauchen Sie zum Beispiel in zwei völlig unterschiedliche Welten ein: den Erlebnispark mit über 100 originellen Attraktionen und das Wildparadies mit rund 40 verschiedenen Tierarten. Wer in die Katapult-Achterbahn „Karacho“ einsteigt, wird für seinen Mut belohnt. Die Achterbahn beschleunigt von 0 auf 100 km/h in nur 1,6 Sekunden. Dunkelfahrten und vier unterschiedliche Überschläge sorgen für Nervenkitzel. Im thematisierten Wartebereich stellt der Erfinder „Karle Kolbenfresser“ seine Werkstatt mit zum Teil kuriosen Erfindungen vor. Ein aufregendes Erlebnis ist auch die Fahrt durch die Sägemühle der Holz­achterbahn. Der Erlebnispark Tripsdrill zeichnet sich durch einen abwechslungsreichen Angebotsmix für alle Alters- und Zielgruppen aus. Rasante Achterbahnen, spritzige Wasserfahrten, gemütliche Attraktionen und speziell für Kinder gestaltete Spiellandschaften wie beispielsweise das neue Gaudi-Viertel mit Kinderfreifallturm.

Pädagogisch wertvolle Aktivitäten

Im Eintritt enthalten ist auch das benachbarte Wildparadies Tripsdrill. Zehn Gehminuten vom Erlebnispark entfernt begeistern hier rund 40 Tierarten ebenso wie ein Wald-Erlebnispfad, Barfuß-Pfad und Abenteuerspielplatz. Täglich (außer freitags) steht lehrreiches Vergnügen auf dem Programm: Um 11.30 Uhr und 15.30 Uhr leitet ein Falkner die Flugvorführung auf der Falknertribüne. Dabei zeigen die Greifvögel Schnelligkeit und Geschick. Die Fütterung von Wolf, Luchs, Bär & Co. beginnt um 14.30 Uhr. Erfahrene Wildhüter erklären die Verhaltensweisen der verschiedenen Beutegreifer.

Pädagogische Programme erwarten Schulklassen und Jugendgruppen sowohl im Erlebnispark als auch im Wildparadies Tripsdrill. Physikunterricht steht bei „Wissen aus der Werkzeugkiste“ auf dem Stundenplan. Ein Techniker beleuchtet die Tripsdriller Attraktionen mal von einer ganz anderen Seite. „Auf den Spuren unserer Wildtiere“ ist eine spannende Exkursion im Wildparadies. Warum ein Hirsch das Geweih braucht oder wie eine Bärenspur aussieht, wird dabei geklärt. Ebenfalls im Wildparadies lernen die Kinder „Auf Tour mit dem ­Lederstrumpf“ die Natur mit allen Sinnen zu entdecken – sei es auf dem Barfuß-Pfad, bei wildnispädagogischen Spielen oder beim Feuer machen ohne Streichhölzer. Die Programme im Wildparadies sind ganzjährig buchbar.